Ki.S

Ich bin hauptberuflich Dermatologin und in meiner Freizeit der Kunst sowie dem Tanz verbunden. Mein künstlerisches Interesse kreist um die Frage der Verwandlung: die Möglichkeit, unterschiedliche Rollen einzunehmen, verschiedene Facetten der eigenen Persönlichkeit sichtbar zu machen und sich immer wieder neu zu zeigen – ohne dabei die eigene Identität zu verlieren. Dieses Spannungsfeld zwischen Wandel und Beständigkeit bildet einen zentralen Ausgangspunkt meiner Arbeit.
Kontinuität und Ruhe sind dabei wichtige Elemente meines künstlerischen Schaffens. Sie schaffen einen Raum, in dem Veränderung beobachtet, reflektiert und erfahrbar werden kann. Die Verbindung von Bewegung und Stille, von Transformation und Treue zu sich selbst, prägt viele meiner Arbeiten.
Ich bezeichne mich bewusst als Amateurin, insbesondere im Bereich der Fotografie, die einen Großteil meiner künstlerischen Arbeiten ausmacht. Gerade diese Position eröffnet mir einen offenen und experimentellen Zugang zum Medium, frei von dem Anspruch technischer Perfektion.
In meinem ersten künsterischen Projekt „Into the Blue“ setzte ich mich mit der zufälligen Entstehung von Fotografien meiner eigenen Person auseinander. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Bilder entstehen können, die nicht vollständig kontrolliert sind, und welche neuen Perspektiven auf die eigene Identität sich daraus ergeben.
Das Folgeprojekt „Plastik“ richtete den Blick nach außen. Hier fotografierte ich Kunststoff und Plastikobjekte in meiner unmittelbaren Umgebung, um mich kritisch mit diesem allgegenwärtigen Material auseinanderzusetzen. Die Arbeit untersucht dessen Präsenz im Alltag, seine Selbstverständlichkeit und die Ambivalenz zwischen Nutzen, Gewohnheit und ökologischer Problematik.
Gleichzeitig experimentiere ich mit einer neuen künstlerischen Technik. Dabei lasse ich Fotografien auf Bügelpapier drucken und übertrage sie auf Leinwände. Die so entstehenden Bildfragmente werden anschließend durch weitere fotografische Ausdrucke, Überlagerungen und malerische Eingriffe ergänzt. In Mixed-Media-Verfahren entwickeln sich daraus vielschichtige Collagen, in denen Fotografie und Malerei miteinander in Dialog treten. Die Arbeiten entstehen dabei schrittweise durch Verdichtung, Überlagerung und Transformation – ein Prozess, der meine fortwährende Auseinandersetzung mit Wandel, Kontinuität und Identität widerspiegelt.
Meine Arbeiten bewegen sich zwischen persönlicher Selbstbefragung und der Beobachtung gesellschaftlicher Realitäten. Die Geschlechtsidentitäten spielen in meinen Werken immer wieder eine große Rolle. Dazu zählt die Darstellung eines Aufweichens zwischen typisch männlich und typisch weiblich, das Ineinanderübergehen von Rollenbildern und gesellschaftlichen Normen und Ideen, die kritische Auseinandersetzung mit stigmatisierenden Geschlechtsbildern. Es ist ein Schrei nach Individualität, nach dem Akzeptieren eines Menschen, ohne ihn einem Geschlecht oder einer Rolle zuordnen zu müssen. Es ist das Gefühl, in meinen Werken, wenigsten für einen kurzen Moment eine Freiheit, die wir nicht immer alle haben, zu fixieren.
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