derbaupolier

Redshift #1a

350,00 

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Verkauft von: derbaupolier
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Beschreibung

Dreier-Bildserie / reaktive Soundinstallation

Nacht auf der Baustelle. Eigentlich sollte hier keiner mehr sein. Im Mannschaftscontainer ist ein Fremder: sichtbar, konzentriert, und doch nicht ganz erklärbar.

Ein Ort aus Spinden, Werkzeug, Schweiß und Pause. Tagsüber gehört dieser Raum der Schicht, den Männern, den Sprüchen, der Erschöpfung. Nachts wirkt er verlassen — aber nicht sicher.

Der Fremde scheint dort nicht vorgesehen zu sein. Vielleicht ist er eingedrungen, vielleicht versteckt er sich, vielleicht sucht er etwas. Vielleicht soll etwas verschwinden. Sein Körper ist präsent, aber schwer zu lesen. Haltung, Verhüllung und Umgebung erzeugen den Eindruck einer Handlung kurz vor oder nach dem Regelbruch.

Akustische Ebene

Unregelmäßig durchbrechen Geräusche die Stille: entfernte Stimmen, Schritte auf einer lauten Blechtreppe, das Geräusch einer Bohrmaschine, ein vorbeifahrender Zug. Sie wirken wie Spuren einer Umgebung, die nicht sichtbar ist — einer Baustelle, die auch nachts nicht ganz schläft.

Die Geräusche erweitern den Raum über das Bild hinaus. Sie lassen vermuten, dass andere Menschen in der Nähe sind oder jederzeit auftauchen könnten. Der Mannschaftscontainer wird dadurch zu einem Ort gespannter Wachsamkeit: nicht ganz privat, nicht ganz öffentlich, nicht ganz sicher.

Reaktive Installation

Die Arbeit reagiert auf die Anwesenheit der Betrachter:innen. Ein elektronischer Sensor erkennt, wenn jemand vor den Bildern steht, und löst Soundereignisse aus. Reihenfolge, Verzögerung und Wirkung der Geräusche variieren.

Dadurch entsteht keine verlässliche Betrachtungssituation. Manche Klänge bleiben subtil und fast beiläufig, andere treten plötzlich und erschreckend in den Raum. Wer vor der Arbeit steht, wartet, horcht, erschrickt — oder löst selbst etwas aus, ohne es kontrollieren zu können.

Die Betrachter:innen werden damit Teil der Spannung: als Beobachtende, als Störung oder als jene, die eine verborgene Situation möglicherweise aufdecken.

Thematische Ebene

Die Arbeit untersucht Maskulinität als Druckraum. Nicht als Stärke, Pose oder klare Rolle, sondern als etwas, das sich verhärtet, tarnt und zugleich verletzlich bleibt.

Der Mannschaftscontainer steht für Arbeit, Körper, Hierarchie, Erschöpfung und Kameradschaft — aber auch für Ausschluss, Kontrolle und unausgesprochene Regeln. In der Nacht kippt dieser Raum. Was tagsüber funktional und kollektiv wirkt, wird zu einer Zone von Unsicherheit, Begehren und Verdacht.

Maskulinität erscheint hier als angespannte Präsenz: körperlich, beobachtet, nicht ganz lesbar und jederzeit kurz davor, aufzufliegen.

Material / Technik / Aufbau

Die Arbeit besteht aus drei Fine-Art-Prints auf Hahnemühle William Turner Papier, montiert auf Hartschaum-Bauplatten. Als Montageflächen dienen Trockenbauplatten aus extrudiertem Hartschaum mit beidseitiger Gewebeeinlage.

Die Soundinstallation wird über einen Raspberry-Pi-Computer gesteuert. Sensoren erkennen die Anwesenheit der Betrachter:innen vor der Arbeit und lösen über versteckte Lautsprecher unregelmäßige Soundereignisse aus.

In der stehenden Variante haben die Bildmotive ein Format von ca. 40 × 60 cm. In der schwebenden Variante sind die Motive ca. 34 × 47 cm groß.

Komplette Beschreibung auf https://www.derbaupolier.eu/project/redshift-one/

Zusätzliche Informationen

Gewicht 3 kg
Größe 60 × 4 × 120 cm
Entstehungsjahr

2026

Material

Fine Art Prints / reaktive Soundinstallation / Hartschaum Bauplatten