Beschreibung
Diese Arbeit ist ein Versuch auf eine spielerische Weise die Geschlechterrollen zu tauschen. Der Verlust der Kontrolle des Mannes wir durch den aktiven weiblichen Part unterstrichen.
Die stolze Leda schaut den Betrachter herausfordernd und selbstbewusst an, ohne jegliche Scham und Angst.
Inspirationsquelle dieser Arbeit ist die Statuette von Carrier Belleuse von 1870. Seine Darstellung, wie auch das folgende Gedicht von Rilke:
„Leda“
»Als ihn der Gott in seiner Not betrat,
erschrak er fast, den Schwan so schön zu finden;
er ließ sich ganz verwirrt in ihm verschwinden.
Schon aber trug ihn sein Betrug zur Tat,
bevor er noch des unerprobten Seins
Gefühle prüfte. Und die Aufgetane
erkannte schon den Kommenden im Schwane
und wußte schon er bat um Eins,
das sie, verwirrt in ihrem Widerstand,
nicht mehr verbergen konnte. Er kam nieder
und halsend durch die immer schwächre Hand
ließ sich der Gott in die Geliebte los.
Dann erst empfand er glücklich sein Gefieder
und wurde wirklich Schwan in ihrem Schoß.«
Rainer Maria Rilke, Neue Gedichte, Anderer Teil (1908)
schildern die klassische Rollenverteilung, in der die Frau die sich Fügende spielt.
Dieses mythologische Sujet wurde oft von Künstlern aufgegriffen, denn so konnten sie den weiblichen Körper zur Schau stellen.
In meiner Interpretation hat Leda (ihr Name stammt vom kretischen „Lada“- „Frau“ ab) die Oberhand, sie begegnet dem aufgeregten Schwan ohne Angst und legt ihre Hand fast beschützend über ihn. Mit der zweiten Hand verschließt sie etwas verspielt den Mund des entsetzt wirkenden Kopfes, der auf dem Boden liegt.



