Beschreibung
Die Arbeit zeigt keinen idealisierten Körper, sondern einen gelebten. Der Blick fällt auf eine Brustpartie, die sich dem gewohnten Zugriff entzieht: Die Brüste selbst sind von überkreuzten Händen verdeckt. Was sichtbar bleibt, sind Falten, Haut, Spuren von Zeit. Dort, wo gesellschaftlich meist das „Weibliche“ verortet wird, entsteht eine Leerstelle. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich – weg von primären Geschlechtsmerkmalen, hin zu Oberfläche, Struktur und Vergänglichkeit.
Die digitale Zeichnung unterläuft damit die Erwartung, Weiblichkeit müsse sich über Sichtbarkeit, Form oder Begehrbarkeit definieren. Stattdessen zeigt sie den Körper als Archiv von Erfahrung. Alter wird nicht kaschiert, sondern als eigenständige Bildsprache lesbar gemacht. Die Geste des Verbergens ist zugleich eine der Selbstbestimmung: Sie entzieht den Körper der klassischen Betrachtung und fragt, was bleibt, wenn Zuschreibungen wegfallen.
Die Arbeit ist zugleich eine persönliche Auseinandersetzung mit meinem eigenen alternden Körper, der Inspiration und Ausgangspunkt dieses Bildes war. In ihm verbinden sich individuelle Erfahrung und gesellschaftliche Fragestellung – ein Nachdenken über Körper, Weiblichkeit, Geschlecht und Zeit.



