Beschreibung
4-dimensionales Bild. Acryl, Collage auf Karton und Acrylglas, gerahmt. 28 x 34 x 3 cm.
“lena.” erscheint als fragile Erscheinung, deren Körper sich nahezu in der transparenten Bildschicht auflöst. Ihr Blick wirkt leicht entrückt, fast abgewandt von der Gegenwart. Die Ruinen im Hintergrund scheinen durch sie hindurch zu sprechen, als wäre sie ein Medium der Erinnerung. Emotional vermittelt sie eine tiefe Müdigkeit – nicht nur körperlich, sondern existenziell. Lena verkörpert das stille Weiterleben nach dem Trauma: kein offener Schmerz, sondern eine gedämpfte, internalisierte Form von Verlust, die sich in ihrer Zurückhaltung und der fast körperlosen Präsenz manifestiert.
Die Werkserie “50’s shades of grey” entfaltet sich als vielschichtige künstlerische Meditation über Zeit, Erinnerung und die Zerrissenheit des subjektiven Erlebens. Im Hintergrund dominieren kollagierte Ruinenlandschaften, Zeichen massiver Zerstörung und Fragmentierung durch den Zweiten Weltkrieg. Diese nicht nur physisch zerstörten Umgebungen stehen symbolisch für die Traumata von Krieg, Flucht und Verlust, die bis in die Nachkriegszeit hinein nachwirken. Psychologisch gelesen, wird hier ein Doppeltes des Sehens artikuliert: Einerseits die sichtbare Welt („50er Jahre“), andererseits die unsichtbare Geschichte, die sich hartnäckig in die Gegenwart einschreibt. Schmerz, Verlust und die komplexe Mechanik der Verdrängung werden visuell verhandelt, ohne ihren symbolischen und emotionalen Nachhall zu verwässern.




