Beschreibung
4-dimensionales Bild. Acryl, Collage auf Karton und Acrylglas, gerahmt. 28 x 34 x 3 cm.
“christa.” wirkt gefasst, fast kontrolliert. Ihre Pose hat etwas Konventionelles, beinahe Rollenspielhaftes – als würde sie eine gesellschaftlich erwartete Weiblichkeit der 50er Jahre bewusst einnehmen. Doch gerade diese Oberfläche wird durch die Transparenz unterlaufen: Hinter der Fassade liegt eine brüchige Struktur. Ihre Emotion oszilliert zwischen Anpassung und innerem Widerstand. Christa steht für die psychologische Strategie der Verdrängung – ein Sich-Einrichten im Funktionieren, während die zerstörte Vergangenheit unaufgelöst im Hintergrund präsent bleibt.
Die Werkserie “50’s shades of grey” entfaltet sich als vielschichtige künstlerische Meditation über Zeit, Erinnerung und die Zerrissenheit des subjektiven Erlebens. Im Hintergrund dominieren kollagierte Ruinenlandschaften, Zeichen massiver Zerstörung und Fragmentierung durch den Zweiten Weltkrieg. Diese nicht nur physisch zerstörten Umgebungen stehen symbolisch für die Traumata von Krieg, Flucht und Verlust, die bis in die Nachkriegszeit hinein nachwirken. Psychologisch gelesen, wird hier ein Doppeltes des Sehens artikuliert: Einerseits die sichtbare Welt („50er Jahre“), andererseits die unsichtbare Geschichte, die sich hartnäckig in die Gegenwart einschreibt. Schmerz, Verlust und die komplexe Mechanik der Verdrängung werden visuell verhandelt, ohne ihren symbolischen und emotionalen Nachhall zu verwässern.




